Ein Fest, das eigentlich eine Protestaktion ist – gegen die massiven Kürzungen in der Ausbildung des Lehrkräfte-Nachwuchses, die gerade von der Landesregierung vorangetrieben werden: die Reduzierung der Stunden, die einer Ausbilderin bzw. einem Ausbilder für eine Lehrkraft im Vorbereitungsdienst (LiV) zur Verfügung stehen und eine Verkürzung des Vorbereitungsdienstes („Referendariat“) von 21 auf 18 Monate.
Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen steht an der Seite der Kolleginnen und Kollegen, die sich gegen eine Verschlechterung der Lehrkräftebildung wehren. Der VBE-Landesvorsitzende Stefan Wesselmann sagt anlässlich des „Fests für die Lehrkräftebildung“: „Schon jetzt fehlt den Ausbilderinnen und Ausbildern an den Studienseminaren Zeit für die Beratung der LiV und für Unterrichtsbesuche. Wird zusätzlich der Vorbereitungsdienst verkürzt, werden die LiV noch weniger Zeit haben, für den Schulalltag notwendige Kompetenzen zu erwerben und Fachinhalte zu verinnerlichen. Warum also plant das Kultusministerium solche Sparmaßnahmen? Das Motiv ist durchsichtig: Es sollen mehr junge Lehrkräfte schneller an die Schulen gebracht werden, um den dortigen Personalmangel halbwegs auszugleichen. Glaubt das Kultusministerium wirklich, dass das die Lösung für den Lehrkräftemangel ist? Und dass die Ausbildung und der Beruf als Lehrkraft durch die Einsparungen attraktiver werden? Wir sehen es anders: Die Kürzungen gehen keinesfalls nur zu Lasten der Ausbilderinnen und Ausbilder, sondern auch zu Lasten der LiV und der Schülerinnen und Schüler die es künftig auch mit Lehrkräften zu tun haben werden, die nicht gründlich (genug) ausgebildet wurden. Um es klar zu sagen: Wir sehen durchaus Reformbedarf in der Lehrkräftebildung. Aber Sparbedarf – den sehen wir überhaupt nicht!“